Belastende Einsätze schon zu Beginn
Polizeibeamtinnen und -beamte erleben wohl meist schon in den ersten Berufsjahren schwierige Einsätze die zu ersten Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) führen können. Dies ergab eine Befragung der Psychologinnen Lena Posch und Anna-Lena Zube vom Fachbereich Psychologie der Hochschule der Akademie der Polizei Hamburg. Sie interviewten 221 Berufsanfänger und Berufsanfängerinnen der Polizei
Mehr als die Hälfte der Teilnehmenden berichtete von mindestens einem traumatischen Einsatz, ein Teil der Befragten litt unter ersten Symptomen einer PTBS. Als stark belastende Einsätze wurden am häufigsten Suizide angegeben, weiterhin Verkehrsunfälle mit Toten oder Schwerverletzten, außerdem lebensbedrohliche Situationen etwa Messerstechereien, bei denen Dritte ernsthaft verletzt wurden.
Die beiden Autorinnen weisen darauf hin, dass die Stichprobe nicht repräsentativ für die Berufsanfänger /- innen sei, weil von den ursprünglich rekrutierten mehr als 300 Personen rund 100 die Beantwortung der Fragebögen abgebrochen hatte.
Quelle 2025, Zeitschrift Psychologie heute Compact, Seite 63, Autorin Susanne Ackermann
Probanden brechen Befragung ab
Vergleichbare Werte gibt es auch von anderen Rettungsorganisationen zu berichten.
Wobei ein Augenmerk auf den Anteil der Befragten gelegt werden sollte, welcher die Befragungen abgebrochen hatte.
Augenscheinlich wirken tiefgreifende Fragestellungen und die Auseinandersetzung mit Erlebnissen für einige Menschen, nach wie vor abschreckend.
Die Gründe warum es zum Abbruch der Befragung kam, wurden leider noch nicht in eine Auswertung mit einbezogen.
Seit 2020 habe ich präventive psychologische Maßnahmen für den Einsatzdienst zu meiner Herzenssache gemacht. Psychische, fachlich fundierte und professionelle Begleitung der Einsatzkräfte, um Resilienz gegen die unbewussten Gefahren zu schaffen, sehe ich genauso wichtig, wie die materielle Schutzausrüstung zum Schutze des Körpers vor offensichtlichen Gefahrenquellen.